Taifun Rai verwüstet Teile der Philippinen

Einer der schwersten Taifune der letzten Jahre traf am 19. und 20. Dezember auf die Philippinen. Besonders die Region um die Insel Bohol wurde dabei von dem Wirbelsturm, der mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Km/h über die Insel fegte, getroffen.  Etwa 300.000 Menschen mussten vor dem Sturm fliehen und in Notunterkünften versorgt werden. Der Klimawandel führt auf den Philippinen, die jährlich von etwa 20 Wirbelstürmen getroffen werden, dazu, dass die Stürme stärker und die Taifun-Saison, die normalerweise im Oktober endet, verlängert wird. Die Stürme werden über dem wärmeren Meer zusätzlich angeheizt und treffen dann verstärkt auf Land.

Nach dem Sturm haben die Behörden nun Bilanz gezogen. 208 Menschen verloren wenige Tage vor Weihnachten ihr Leben, wobei die Zahlen noch steigen können, da noch etwa 100 Menschen vermisst werden. Das Ausmaß der Zerstörungen ist noch nicht überschaubar. Gerade viele Orte an der Küste wurden zum Teil erheblich beschädigt, viele Familien verloren ihre Häuser und ihr Hab und Gut, wie Pastor Keith Quebral berichtet. Die Infrastruktur mit Wasser- und Stromversorgung wurde zum Teil zerstört, Straßen weggespült und umgestürzte Bäume und Trümmer blockieren die Rettungswege.

Staatschef Rodrigo Duterte besuchte am Samstag einige der am schwersten betroffenen Gegenden und sagte zu, „Geld zu sammeln“, um den Opfern zu helfen. Die Naturkatastrophe trifft die Philippinen jedoch in einer wirtschaftlich sehr schweren Zeit. Durch die Corona-Pandemie ist die Wirtschaft des Landes stark in Mitleidenschaft gezogen. Tourismus und Handel sind fast zu erliegen gekommen und ein langer Lockdown hat viele Familien in eine schwere Notlage gebracht.

Das Kinderdorf in Naic und die Tagesstätten des CMSP sind von den Zerstörungen nicht betroffen. Christliche Missionsdienst wird Spenden für die betroffenen Familien direkt dorthin senden und den Menschen helfen.

Markus Romeis